Montag, 27. April 2026

Das Glück schmeckt nach Meer

 

 

 






 




Rezension



Das Glück schmeckt nach Meer                                

von  Birte Stährmann

 

 

 

 

 

Produktbeschreibung:

Herausgeber ‏: ‎ Gmeiner-Verlag

Erscheinungstermin ‏: ‎ 11. März 2026

Sprache ‏: ‎ Deutsch

Seitenzahl der Print-Ausgabe : ‎ 336 Seiten

ISBN-10 ‏: ‎ 3839280168

ISBN-13  : ‎ 978-3839280164

 

 

Kurzinformation:

Annikas Leben steht Kopf. Eine unbekannte Tante hat sie als Alleinerbin eingesetzt – aber nur, wenn sie in den kleinen Ort Maasholm an der Schlei zieht und die Bonbonkocherei der Familie weiterführt. Sie entscheidet sich für den Neuanfang, obwohl ihre Tochter in Stuttgart bleibt. Bald wird Annikas Laden zu einem Anziehungspunkt, denn es spricht sich herum: Hier erhält jeder die Bonbons, die er gerade besonders braucht. Doch was braucht Annika, um glücklich zu sein? Nicht immer helfen Bonbons, manchmal muss man einfach dem Schicksal vertrauen.

 

Autoreninformation:

Birte Stährmann, in Flensburg geboren, wohnte lange in Stuttgart und lebt heute in Eckernförde an der Ostsee. Hier schreibt die Autorin, Journalistin und Kommunikationswirtin für die Lokalzeitung und verfasst - gemeinsam mit ihrem Ehemann Martin - Reisebücher sowie Quiz über Schleswig-Holstein und mehr. Ihre Romane, für die sie unter anderem den „Innocent Award Best Book 2019“ erhielt, erzählen Aufbruchsgeschichten. „Das Glück schmeckt nach Meer - Die Bonbonkocherei“ ist der erste Roman bei Gmeiner und zugleich der Auftakt einer neuen Reihe. Die Autorin liebt Wellen, Wind und Weite, Land und Leute, Kultur und Kulinarik, Geschichte und Geschichten Schleswig-Holsteins.


Fazit:

Annikas Herz schlägt anders, seit die Tante sie als Alleinerbin auserkoren hat. Plötzlich hängt die Zukunft an der Bonbonkocherei in Maasholm – eine Stadt am Meer, die ihr bisher fremd blieb, doch deren sanfte Brise sofort eine neue Wärme weckt. Sie packt die Dinge an, nicht als Fremde, sondern als jemand, der endlich zu sich selbst stehen möchte. Ihre Tasche ist voll mit Erinnerungen an Stuttgart, mit dem Lachen ihrer Tochter am Telefon und mit der leisen Sehnsucht nach einem Zuhause, das sich aus sich selbst heraus formt.

Maasholm heißt sie mit einer Umarmung willkommen: das Meer flüstert, der Duft von Zucker, Zitronenschale und Salz kitzelt die Nase, und in der Bonbonküche knistert es fast wie ein kleines Herz. Der Laden wächst nach und nach zu einem Ort, an dem Traurigkeit mild wird und Hoffnung wie Zuckerpulver in der Luft schwebt. Die Bonbons tragen Erinnerungen der Vergangenheit, aber auch Versprechen für die Zukunft – jeder Griff in die Gläser fühlt sich an wie eine liebevolle Botschaft an den Tag, der vor ihr liegt. Annikas Mut zeigt sich nicht in großen Gesten, sondern in stillen, ehrlichen Gesprächen: mit der Tochter, die in Stuttgart bleibt und doch immer wieder nah ist; mit der Großmutter, deren Geschichten von vergangenen Tagen ihr eine neue, ehrliche Sicht aufs Familienleben schenken; mit Kunden, die zu Freundinnen werden, weil sie einfach nur  da sind. Die Liebe wächst in diesen Momenten, in der Bereitschaft, zuzuhören, zu korrigieren und Neues zu wagen – auch wenn dabei Zweifel nagen.

Der Stil bleibt behutsam und warm, doch die Geschichte wird durch kleine, konkrete Details lebendig: das Rühren der Zuckermasse per Hand, der Schritt-auf-Schritt-Plan für den Ladenstart, das versteckte Foto von ihrer Tochter hinter dem Bonbonglas, das ihr neue Kraft gibt, die Aromen zu testen. Diese Details verleihen der Erzählung Tiefe und machen Annikas Weg besonders nachvollziehbar. Am Ende spürt man: Glück ist kein fertiges Rezept, sondern eine Summe aus Liebe, Mut und dem Mut, loszulassen, was nicht mehr passt. Die Morgenröte in Maasholm wirkt wie ein persönliches Versprechen an die Zukunft – und an dich als Leser, dass auch kleine Schritte zu einem Zuhause führen können, wenn Herz und Hände zusammenarbeiten.

 

 

4****Sterne

 


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