Rezension
Das Glück schmeckt nach Meer
von Birte Stährmann
Produktbeschreibung:
Herausgeber : Gmeiner-Verlag
Erscheinungstermin : 11. März 2026
Sprache : Deutsch
Seitenzahl der Print-Ausgabe : 336 Seiten
ISBN-10 : 3839280168
ISBN-13 :
978-3839280164
Kurzinformation:
Annikas Leben steht Kopf. Eine unbekannte Tante hat sie als
Alleinerbin eingesetzt – aber nur, wenn sie in den kleinen Ort Maasholm an der
Schlei zieht und die Bonbonkocherei der Familie weiterführt. Sie entscheidet
sich für den Neuanfang, obwohl ihre Tochter in Stuttgart bleibt. Bald wird
Annikas Laden zu einem Anziehungspunkt, denn es spricht sich herum: Hier erhält
jeder die Bonbons, die er gerade besonders braucht. Doch was braucht Annika, um
glücklich zu sein? Nicht immer helfen Bonbons, manchmal muss man einfach dem
Schicksal vertrauen.
Autoreninformation:
Birte Stährmann, in Flensburg geboren, wohnte lange in
Stuttgart und lebt heute in Eckernförde an der Ostsee. Hier schreibt die
Autorin, Journalistin und Kommunikationswirtin für die Lokalzeitung und
verfasst - gemeinsam mit ihrem Ehemann Martin - Reisebücher sowie Quiz über
Schleswig-Holstein und mehr. Ihre Romane, für die sie unter anderem den
„Innocent Award Best Book 2019“ erhielt, erzählen Aufbruchsgeschichten. „Das
Glück schmeckt nach Meer - Die Bonbonkocherei“ ist der erste Roman bei Gmeiner
und zugleich der Auftakt einer neuen Reihe. Die Autorin liebt Wellen, Wind und
Weite, Land und Leute, Kultur und Kulinarik, Geschichte und Geschichten
Schleswig-Holsteins.
Fazit:
Annikas Herz schlägt anders, seit die Tante sie als
Alleinerbin auserkoren hat. Plötzlich hängt die Zukunft an der Bonbonkocherei
in Maasholm – eine Stadt am Meer, die ihr bisher fremd blieb, doch deren sanfte
Brise sofort eine neue Wärme weckt. Sie packt die Dinge an, nicht als Fremde,
sondern als jemand, der endlich zu sich selbst stehen möchte. Ihre Tasche ist
voll mit Erinnerungen an Stuttgart, mit dem Lachen ihrer Tochter am Telefon und
mit der leisen Sehnsucht nach einem Zuhause, das sich aus sich selbst heraus
formt.
Maasholm heißt sie mit einer Umarmung willkommen: das Meer
flüstert, der Duft von Zucker, Zitronenschale und Salz kitzelt die Nase, und in
der Bonbonküche knistert es fast wie ein kleines Herz. Der Laden wächst nach
und nach zu einem Ort, an dem Traurigkeit mild wird und Hoffnung wie
Zuckerpulver in der Luft schwebt. Die Bonbons tragen Erinnerungen der
Vergangenheit, aber auch Versprechen für die Zukunft – jeder Griff in die
Gläser fühlt sich an wie eine liebevolle Botschaft an den Tag, der vor ihr
liegt. Annikas Mut zeigt sich nicht in großen Gesten, sondern in stillen,
ehrlichen Gesprächen: mit der Tochter, die in Stuttgart bleibt und doch immer
wieder nah ist; mit der Großmutter, deren Geschichten von vergangenen Tagen ihr
eine neue, ehrliche Sicht aufs Familienleben schenken; mit Kunden, die zu
Freundinnen werden, weil sie einfach nur da sind. Die Liebe wächst in diesen Momenten,
in der Bereitschaft, zuzuhören, zu korrigieren und Neues zu wagen – auch wenn
dabei Zweifel nagen.
Der Stil bleibt behutsam und warm, doch die Geschichte wird
durch kleine, konkrete Details lebendig: das Rühren der Zuckermasse per Hand,
der Schritt-auf-Schritt-Plan für den Ladenstart, das versteckte Foto von ihrer
Tochter hinter dem Bonbonglas, das ihr neue Kraft gibt, die Aromen zu testen.
Diese Details verleihen der Erzählung Tiefe und machen Annikas Weg besonders
nachvollziehbar. Am Ende spürt man: Glück ist kein fertiges Rezept, sondern
eine Summe aus Liebe, Mut und dem Mut, loszulassen, was nicht mehr passt. Die
Morgenröte in Maasholm wirkt wie ein persönliches Versprechen an die Zukunft –
und an dich als Leser, dass auch kleine Schritte zu einem Zuhause führen
können, wenn Herz und Hände zusammenarbeiten.
4****Sterne

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