Rezension
von Alessia
Gold
Produktbeschreibung:
Herausgeber : Knaur TB
Erscheinungstermin : 14. Januar 2026
Sprache : Deutsch
Seitenzahl der Print-Ausgabe : 432 Seiten
ISBN-10 : 3426565730
ISBN-13 : 978-3426565735
Lesealter : Ab 16 Jahren
Kurzbeschreibung:
Xara ist mitten in ein Spiel aus Leidenschaft und Macht
geraten, seitdem der Vampirfürst Dorian und sein charismatischer Diener Juraj
sie für ihre verstorbene Liebe halten. Während sie versucht, Licht ins Dunkel
zu bringen, stößt sie auf immer mehr Geheimnisse. Ausgerechnet Juraj, von dem
sie sich besonders verstanden gefühlt hat, scheint ganz eigene Ziele zu
verfolgen. Doch bevor Xara mehr herausfinden kann, kommt ihr der verfeindete
Vampirclan zuvor, und bringt sie in seine Gewalt. Sie ist der Schlüssel zum
Fluch, der nicht nur Dorians Reich, sondern auch ihr eigenes Leben bedroht …
Ein jahrhundertealter Krieg zwischen zwei Vampirclans ändert alles für Xara – wird ihre Liebe überleben?
Autoreninformation:
Alessia Gold ist das Pseudonym einer jungen deutschen
Autorin. Nach ihrem Germanistikstudium hat sie ihren ersten Roman geschrieben,
dem viele weitere in diversen Genres folgten. Ihre Geschichten sind geprägt von
intensiven Gefühlen, fesselnder Spannung, sinnlichen Momenten und Charakteren,
an die man unweigerlich sein Herz verliert. Alessia lebt mit ihrer Familie in
einer kleinen Stadt in Brandenburg, wo sie in der Natur Inspiration für neue
Ideen findet. Wenn sie mal nicht schreibt oder liest, ist sie wahrscheinlich in
einem Eisstadion, wo sie den kleineren oder größeren Stars zujubeln.
Fazit:
Until the Light destroys ist der finale Band einer
düster-dynamischen Trilogie, der mich emotional stark mitgerissen hat – auch
wenn das Ende mir zuletzt einen Stich verpasst hat. Die Geschichte spitzt sich
erwartungsgemäß zu: Intrigen, Kämpfe, Loyalitäten, Vergangenheit und Gegenwart
verweben sich zu einem dichten Netz, in dem sich Xara, Dorian und Juraj auf
eine Weise entwickeln, die ich so nicht erwartet hätte. Die Liebesgeschichte
wandelt sich von einer toxischen Andeutung im ersten Band zu einer tiefen,
komplexen Verbindung, in der Vertrauen wachsen darf und Verletzungen langsam
heilen. Man spürt förmlich, wie die Figuren wachsen, sich entscheiden und
manchmal an der eigenen Stärke scheitern – genau dort, wo es am
schmerzhaftesten ist.
Der Plot hat mich von der ersten bis zur letzten Seite
gefesselt. Er baut Spannung auf, liefert Antworten, aber lässt zugleich neue
Fragen offen, sodass man noch lange sinnieren möchte. Die Szene an der Schwelle
zwischen Licht und Schatten bleibt mir im Gedächtnis: Die offenen Enden in
diesem Band sind kein fade-aufgeklapptes Finale, sondern ein bewusst gesetzter
Schlussakkord, der die Mythologie, die Machtspiele und die inneren Konflikte
der Protagonisten in einen schwindelerregenden Raum rückt. Besonders gelungen
fand ich, wie Xara sich weiterentwickelt. Sie ist stärker geworden, aber nicht
unnahbar; ihr Mut ist nicht laut, sondern geprägt von Schmerz, Geduld und einer
neu gefundenen Klarheit darüber, was sie wirklich will. Dorians Wandel ist
ebenfalls spürbar: Er wird weniger von Instinkt getrieben und mehr von einer
reflektierten, fast verletzlichen Seite, die ihn greifbar menschlich macht.
Juraj bleibt eine faszinierende, ambivalente Figur, deren Loyalitäten sich
verschieben – und genau das macht die Dynamik zwischen den Dreien so intensiv
und glaubwürdig.
Der Schreibstil packt mich jedes Mal aufs Neue: Durchdacht,
atmosphärisch, mit einer Prise Brutalität, die die Welt echt wirken lässt. Die
Perspektivwechsel – überwiegend Xaras Blick, ergänzt durch Einblicke von Dorian
und Juraj – sind intelligent gesetzt und geben der Geschichte Tiefe. Die Bilder
sind kraftvoll, teils gnadenlos ehrlich, sodass sich die Fantasyelemente
naturgemäß in eine düstere, beinahe asketische Romantik verwandeln. Wer
sensibel für detaillierte, bildhafte Schilderungen ist, wird hier belohnt –
auch wenn manche Szenen heftig und einschneidend wirken.
Was mir am Ende etwas die Freude genommen hat, war dieses Gefühl, dass sich so vieles zu schnell und abrupt bewegt hat: Handlungen wurden gequetscht, als müssten zu viele Fäden auf einmal gezogen werden, ohne dass sich alle Ideen wirklich entfalten konnten. Und der Spice-Anteil – ja, der ist hoch. Wer auf sinnliche, intensiven Fantasylraft steht, kommt hier voll auf seine Kosten; mir persönlich war es an manchen Stellen zu dominant, zu präsent, zu gewichtig im Gleichgewicht mit der eigentlichen Handlung. Dennoch verkörpert dieser Abschluss die Spannung, die man von einer Dilogie erwartet: ein starker, wuchtiger Endpunkt, der die Charaktere in ihrer Tiefe zeigt und dennoch Raum für Gedankenspiel lässt.
Until the Light destroys ist ein eindrucksvoller Abschluss,
der mit packender Atmosphäre, tiefgreifenden Figurenentwicklungen und einer
konfliktreichen Liebesgeschichte überzeugt. Wer den ersten Band mochte, wird hier eine Mischung aus
Befriedigung und bittersüßer Sehnsucht erleben – und sich dennoch wünschen,
dass manche Fragen nicht ganz abgeschlossen bleiben, um der Fantasie Raum zu
geben. Wer Spice in Fantasy mag, kommt hier definitiv auf seine Kosten; für
mich hätte ein etwas reduzierter End-Tempo-Beschleuniger dem Finale gutgetan.
Die Dilogie insgesamt kann ich trotz des spitzen Endes empfehlen.
4****Sterne









