Freitag, 5. Juni 2026

Der Gesang des Falken

 


 

Rezension




Der Gesang des Falken                                                        

von Lea Grstenberger

 

 


Produktbeschreibung:

Herausgeber‏ : ‎ Knaur TB

Erscheinungstermin ‏: ‎ 1. Juni 2026

Sprache ‏: ‎ Deutsch

Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏: ‎ 480 Seiten

ISBN-10  : ‎ 3426564300

ISBN-13 ‏: ‎ 978-3426564301

 

Kurzinformation:

Paris, 1514. Der königliche Hof glänzt vor Pracht und Reichtum, doch hinter den Kulissen herrschen Missgunst und Intrigen. Marcelle, die Tochter des Großstallmeisters, verabscheut dieses Theater. Wirklich glücklich ist sie nur fernab des Hofes beim Zeichnen und mit ihrem einzigen Freund Jean, dem Sohn des Großfalkners.

 Als Marcelle von ihrem Vater gezwungen wird, sich als Hofdame der englischen Braut des Königs zu beweisen, wird ihr ein junges Mädchen zur Seite gestellt – Anne Boleyn. Sie scheint alle höfischen Tugenden zu verkörpern: elegant, gebildet, unnahbar. Deshalb darf sie auch in Frankreich bleiben, als ein neuer König den Thron besteigt. Doch Marcelle blickt bald hinter die Fassade der Engländerin und entdeckt in Anne eine Verbündete, deren Scharfsinn und verborgener Freiheitsdrang ihr imponieren. Kann ihre Freundschaft den beiden helfen, sich zwischen höfischen Intrigen und großen Träumen zu behaupten und ihren eigenen Weg zu finden?


Autoreninformation:

Lea Gerstenberger, Jahrgang 1994, hat in Freiburg Medienkulturwissenschaft und Geschichte studiert. Inzwischen lebt sie in München und arbeitet im Marketing eines Verlages. Schon seit ihrer Kindheit begeistert sie sich für Bücher und die Vergangenheit und kombiniert ihre beiden Leidenschaften auf Instagram unter @geschichteingeschichten. Wenn sie gerade kein Buch in der Hand hält, schwingt sie die Häkelnadel oder reist an geschichtsträchtige Orte.

 

Fazit:

Der Gesang des Falken ist ein berührender historischer Roman. Lea Gerstenberger entführt dich in den französischen Königshof der Renaissance, voller Glanz und Gefahr. Im Mittelpunkt stehen zwei starke Frauen: Marcelle, die sich nach Freiheit sehnt, und Anne Boleyn, die mehr ist als eine historische Ikone. Marcelle wirkt nahbar: Sie fühlt sich oft fremd am Hof, hat aber eine klare Leidenschaft fürs Zeichnen. Ihre Gedanken und Gefühle klingen ehrlich, sodass man mit ihr mitfühlt, wenn sie zwischen Pflicht und eigenem Wunsch hin- und hergerissen ist. Anne Boleyn zeigt sich als vielschichtige Persönlichkeit. Nicht nur eine Ikone, sondern eine Frau mit Träumen und Zweifeln. Die Freundschaft zwischen Marcelle und Anne ist ein wichtiger Kern der Geschichte: warm, ehrlich und mutig, auch wenn der Hof politisch ist und Gefahr lauert.

Der Roman verbindet reale Begebenheiten mit fiktiven Elementen, ohne trocken zu wirken. Man spürt die Pracht der Säle, aber auch die Angriffslust hinter verschlossenen Türen. Die Sprache ist mal poetisch, mal direkt, und passt gut zu den ruhigen Momenten, in denen die Figuren einander besser verstehen. Themen sind Mut, Freundschaft und Selbstbestimmung. Marcelles Weg zu mehr Selbstvertrauen wirkt glaubwürdig und behutsam. Anne Boleyns Entwicklung wird liebevoll erzählt und fügt der Geschichte Wärme hinzu. Die beiden Protagonistinnen tragen die Handlung mit ruhiger, aber starker Kraft. Historische Details werden behutsam eingewoben, sodass der Fokus auf den Menschen bleibt: Wie beeinflussen Höflichkeit, Machtspiele und Politik das private Glück? Welche Kompromisse muss man eingehen, um sich selbst treu zu bleiben? Offen bleibt genug Raum zum Nachdenken, ohne die Freude am Lesen zu nehmen.

Insgesamt ist Der Gesang des Falken ein atmosphärischer, gefühlvoller Roman über das Erwachsenwerden in einer Zeit großer Umbrüche. Wer ruhige, aber intensive Geschichten über Mut, Vertrauen und den eigenen Weg mag, wird ihn genießen.

 



4****Sterne

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