Mittwoch, 20. Mai 2026

Die Liga der sagenhaften Frauenzimmer

 

 

Rezension

 

 

 

 

Die Liga der sagenhaften Frauenzimmer                                                                  

Der Auftakt


von Charlotte von Feyerabend

 

 

 

 

Produktbeschreibung:

Herausgeber  : ‎ Droemer HC

Erscheinungstermin  : ‎ 4. Mai 2026

Sprache ‏: ‎ Deutsch

Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏: ‎ 352 Seiten

ISBN-10 : ‎ 3426570440

ISBN-13 : ‎ 978-3426570449

Buch 1 von 1 ‏: ‎ Die Liga der sagenhaften Frauenzimmer

 

Kurzinformation:

Deutschland, Anfang des 19. Jahrhunderts: eine Zeit, in der Frauen keine Rechte haben und von der Geneigtheit der Männer abhängig sind. Doch einige Damen finden sich zusammen, um ihr Geschick in die eigenen behandschuhten Hände zu nehmen. Sie gründen einen Geheimbund um Bettina von Arnim: die Liga der sagenhaften Frauenzimmer. Ihr gemeinsames Ziel: die Gesellschaft zu verändern. Nur in der Wahl ihrer Mittel sind sie sich nicht immer einig: Einige beeinflussen geschickt die öffentliche Wahrnehmung, indem sie den Märchensammlern Grimm ihre feministisch eingefärbten Versionen unterjubeln. Andere jedoch würden lieber gleich eine Revolution anzetteln.

Als zwei ihrer Verbündeten unter mysteriösen Umständen ums Leben kommen, wird die Suche nach der Wahrheit zu einem Rennen gegen die Zeit. Denn die Politik wird von Männern gemacht, die bereit sind, Veränderungen mit allen Mitteln zu verhindern – wenn nötig, auch mit Gewalt. Und die Frauen haben eine Verräterin in ihrer Mitte …

 

Autoreninformation:

Charlotte von Feyerabend absolvierte eine Hotelfachausbildung und studierte Literaturwissenschaft, Medienpädagogik und Texttechnologie. Sechs Jahre lang arbeitete sie als Erzieherin in Oslo. In der Zeit veröffentlichte sie ihr erstes Buch sowie ihr erstes Spiel. Anschließend verbrachte sie fünf Jahre in Berlin, wo sie u.a. als Schreibdozentin tätig war. Sie ist Mitglied der DELIA und war zweimal Jurorin für den DELIA-Jugendliteraturpreis. Aktuell wohnt sie bei Bielefeld mit ihren drei Kindern.

 

Fazit:

Dieser historische Roman schildert Anfang des 19. Jahrhunderts in Deutschland, wo Frauen kaum Rechte haben und doch eine Gruppe mutiger Damen um Bettina von Arnim eine Liga der sagenhaften Frauenzimmer formt. Die Idee, Grimms Märchen feministisch zu bespielen oder auch radikalere Wege zu verfolgen, fand ich spannend. Die Figurenführung wechselt zwischen mehreren Hauptfiguren, wodurch ich Einblick in unterschiedliche Motivationen und Ängste bekam. Die Stimmung ist dicht und der Stil passt gut zur damaligen Zeit: detailliert, gehoben, aber dennoch klar lesbar. Man kann sich die Charaktere, Kleidung, Räume und höfische Rituale gut vorstellen.

Was mir gefallen hat:

Der Aufbau mit einem Personenverzeichnis zu Beginn und den wechselnden Blickwinkeln gibt Orientierung in dem vielen Ensemble.

Die Kapitelanfänge mit Grimms Märchen geben eine stimmige Verbindung zur damaligen Kultur und zur Thematik der Verfremdung von Geschichten.

Mutige Frauenfiguren in verschiedenen Facetten: Einflussnahme durch Narrative, politische Einflussnahme, Risiko und Verrat. Das zeigt eine vielschichtige Auseinandersetzung mit Gleichberechtigung.

Am Ende bleiben Fragen offen, was neugierig macht auf eine Fortsetzung und den weiteren Verlauf der Liga.

Was mich weniger überzeugt hat:

Gegen Ende kam bei mir stellenweise Langeweile auf, besonders in längeren Dialogpassagen, in denen die Beschreibungen zu stark ins Detail gingen.

Die Distanz zur direkten Verbindung zur historischen Realität war spürbar; für meinen Geschmack hätten manche Abschnitte stärker auf konkrete historische Ereignisse verweisen können.

Bezug zum Lesegedanken: Mir war wichtig, dass der Roman eine frühe, mutige Bewegung porträtiert, in der Frauen gegen starre Strukturen ankämpfen. Die Figuren sind mutig und vielschichtig, aber der persönliche Bezug blieb für mich flach. Es fehlte mir eine stärkere emotionale Verknüpfung zu den Protagonistinnen – ihre Kämpfe fühlten sich oft eher intellektuell als emotional an. Trotzdem hat der Text mir gezeigt, wie komplex der Widerstand gegen Ungleichheit damals war und wie viel Mut solche historischen Frauen erforderlich hatten.

Empfehlung:

Wenn du historischen Roman magst, der historische Realitäten mit feministischer Perspektive verwebt und Lust auf politische Spannungen und geheimnisvolle Allianzen hast, ist dies eine gute Lektüre. Falls du weniger Interesse an detaillierten historischen Beschreibungen und mehr an intensiver emotionaler Bindung zu den Figuren hast, könntest du hier eher weniger abgeholt werden.

Persönliche Wertung (ohne formelle Note, aber reflektiert): Ich würde dem Buch eine solide 3 von 5 Sternen geben. Es bietet interessante Ideen, starke Frauenfiguren und eine spannende Grundidee, bleibt aber hinter meinem Wunsch nach stärkerem emotionalem Anschmiegen an die Figuren zurück.

 

 

3***Sterne

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