Sonntag, 1. März 2026

Until the Light destroys

 

 

 

Rezension

 

 

Until the Light destroys                                             

von Alessia Gold

 

 

 

Produktbeschreibung:

Herausgeber ‏: ‎ Knaur TB

Erscheinungstermin ‏: ‎ 14. Januar 2026

Sprache ‏: ‎ Deutsch

Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏: ‎ 432 Seiten

ISBN-10 ‏: ‎ 3426565730

ISBN-13 ‏: ‎ 978-3426565735

Lesealter ‏: ‎ Ab 16 Jahren

 

Kurzbeschreibung:

Xara ist mitten in ein Spiel aus Leidenschaft und Macht geraten, seitdem der Vampirfürst Dorian und sein charismatischer Diener Juraj sie für ihre verstorbene Liebe halten. Während sie versucht, Licht ins Dunkel zu bringen, stößt sie auf immer mehr Geheimnisse. Ausgerechnet Juraj, von dem sie sich besonders verstanden gefühlt hat, scheint ganz eigene Ziele zu verfolgen. Doch bevor Xara mehr herausfinden kann, kommt ihr der verfeindete Vampirclan zuvor, und bringt sie in seine Gewalt. Sie ist der Schlüssel zum Fluch, der nicht nur Dorians Reich, sondern auch ihr eigenes Leben bedroht …

Ein jahrhundertealter Krieg zwischen zwei Vampirclans ändert alles für Xara – wird ihre Liebe überleben?


Autoreninformation:

Alessia Gold ist das Pseudonym einer jungen deutschen Autorin. Nach ihrem Germanistikstudium hat sie ihren ersten Roman geschrieben, dem viele weitere in diversen Genres folgten. Ihre Geschichten sind geprägt von intensiven Gefühlen, fesselnder Spannung, sinnlichen Momenten und Charakteren, an die man unweigerlich sein Herz verliert. Alessia lebt mit ihrer Familie in einer kleinen Stadt in Brandenburg, wo sie in der Natur Inspiration für neue Ideen findet. Wenn sie mal nicht schreibt oder liest, ist sie wahrscheinlich in einem Eisstadion, wo sie den kleineren oder größeren Stars zujubeln.

 

Fazit:

Until the Light destroys ist der finale Band einer düster-dynamischen Trilogie, der mich emotional stark mitgerissen hat – auch wenn das Ende mir zuletzt einen Stich verpasst hat. Die Geschichte spitzt sich erwartungsgemäß zu: Intrigen, Kämpfe, Loyalitäten, Vergangenheit und Gegenwart verweben sich zu einem dichten Netz, in dem sich Xara, Dorian und Juraj auf eine Weise entwickeln, die ich so nicht erwartet hätte. Die Liebesgeschichte wandelt sich von einer toxischen Andeutung im ersten Band zu einer tiefen, komplexen Verbindung, in der Vertrauen wachsen darf und Verletzungen langsam heilen. Man spürt förmlich, wie die Figuren wachsen, sich entscheiden und manchmal an der eigenen Stärke scheitern – genau dort, wo es am schmerzhaftesten ist.

Der Plot hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Er baut Spannung auf, liefert Antworten, aber lässt zugleich neue Fragen offen, sodass man noch lange sinnieren möchte. Die Szene an der Schwelle zwischen Licht und Schatten bleibt mir im Gedächtnis: Die offenen Enden in diesem Band sind kein fade-aufgeklapptes Finale, sondern ein bewusst gesetzter Schlussakkord, der die Mythologie, die Machtspiele und die inneren Konflikte der Protagonisten in einen schwindelerregenden Raum rückt. Besonders gelungen fand ich, wie Xara sich weiterentwickelt. Sie ist stärker geworden, aber nicht unnahbar; ihr Mut ist nicht laut, sondern geprägt von Schmerz, Geduld und einer neu gefundenen Klarheit darüber, was sie wirklich will. Dorians Wandel ist ebenfalls spürbar: Er wird weniger von Instinkt getrieben und mehr von einer reflektierten, fast verletzlichen Seite, die ihn greifbar menschlich macht. Juraj bleibt eine faszinierende, ambivalente Figur, deren Loyalitäten sich verschieben – und genau das macht die Dynamik zwischen den Dreien so intensiv und glaubwürdig.

Der Schreibstil packt mich jedes Mal aufs Neue: Durchdacht, atmosphärisch, mit einer Prise Brutalität, die die Welt echt wirken lässt. Die Perspektivwechsel – überwiegend Xaras Blick, ergänzt durch Einblicke von Dorian und Juraj – sind intelligent gesetzt und geben der Geschichte Tiefe. Die Bilder sind kraftvoll, teils gnadenlos ehrlich, sodass sich die Fantasyelemente naturgemäß in eine düstere, beinahe asketische Romantik verwandeln. Wer sensibel für detaillierte, bildhafte Schilderungen ist, wird hier belohnt – auch wenn manche Szenen heftig und einschneidend wirken.

Was mir am Ende etwas die Freude genommen hat, war dieses Gefühl, dass sich so vieles zu schnell und abrupt bewegt hat: Handlungen wurden gequetscht, als müssten zu viele Fäden auf einmal gezogen werden, ohne dass sich alle Ideen wirklich entfalten konnten. Und der Spice-Anteil – ja, der ist hoch. Wer auf sinnliche, intensiven Fantasylraft steht, kommt hier voll auf seine Kosten; mir persönlich war es an manchen Stellen zu dominant, zu präsent, zu gewichtig im Gleichgewicht mit der eigentlichen Handlung. Dennoch verkörpert dieser Abschluss die Spannung, die man von einer Dilogie erwartet: ein starker, wuchtiger Endpunkt, der die Charaktere in ihrer Tiefe zeigt und dennoch Raum für Gedankenspiel lässt.

Until the Light destroys ist ein eindrucksvoller Abschluss, der mit packender Atmosphäre, tiefgreifenden Figurenentwicklungen und einer konfliktreichen Liebesgeschichte überzeugt. Wer den ersten Band  mochte, wird hier eine Mischung aus Befriedigung und bittersüßer Sehnsucht erleben – und sich dennoch wünschen, dass manche Fragen nicht ganz abgeschlossen bleiben, um der Fantasie Raum zu geben. Wer Spice in Fantasy mag, kommt hier definitiv auf seine Kosten; für mich hätte ein etwas reduzierter End-Tempo-Beschleuniger dem Finale gutgetan. Die Dilogie insgesamt kann ich trotz des spitzen Endes empfehlen.


4****Sterne

Die Schuldlosen

 

 

 

Rezension



Die Schuldlosen                                                               


von Petra Hammesfahr

 

 

 

Produktbeschreibung:

Herausgeber ‏: ‎ SAGA Egmont

Erscheinungstermin ‏: ‎ 11. Februar 2026

Sprache ‏: ‎ Deutsch

Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏: ‎ 448 Seiten

ISBN-10 ‏: ‎ 3987500794

ISBN-13 ‏: ‎ 978-3987500794

 

Kurzbeschreibung:

Am Ostersonntag verbreitet sich die Nachricht wie ein Lauffeuer im Dorf: Janice Heckler ist tot in der Greve gefunden worden, halbnackt und offensichtlich ertränkt. Auf den Täter einigt man sich in Garsdorf schnell: der Nachbar. Alex Junggeburt – als Kind noch von allen bedauert, als Jugendlicher gefürchtet, als Erwachsener verteufelt.

Sechs Jahre später kommt Alex frühzeitig aus der Haft frei. Sein erster Weg führt ihn zurück an den Ort des Geschehens – in sein Elternhaus. Kaum jemand im Dorf ist darüber glücklich: Die einen fürchten seine Rache, die anderen weitere Gewalttaten. Wenig später wird die Leiche von Heike Jentsch gefunden ...

 

Autoreninformation:

Petra Hammesfahr schrieb mit 17 ihren ersten Roman. Mit ihrem Buch „Der stille Herr Genardy“ kam der große Erfolg. Seitdem schreibt sie einen Bestseller nach dem anderen. Die Autorin lebt in der Nähe von Köln.


Fazit:

Am Ostersonntag schockt eine Nachricht das Dorf Garsdorf: Janice Heckler wird ermordet in der Greve aufgefunden, halbnackt und ertränkt. Schnell scheint der Täter festzustehen: der Nachbar. Alex Junggeburt – früher ein geächtetes Kind, später verachteter Erwachsener – wird aus der Haft entlassen und kehrt in sein altes Umfeld zurück. Die Ankunft im Elternhaus entfacht neue Spannungen: Rachepläne, Angst vor weiterer Gewalt und das rubbige Echo der Vergangenheit. Noch bevor die Polizei den Fall abschließt, wird eine weitere Leiche gefunden: Heike Jentsch. Wer steckt hinter den Taten, und wie tief reichen die Geheimnisse des Dorfes?

Die Geschichte hält von der ersten Seite an die Luft spannend: kurze Kapitel, rasante Wendungen und klar gegliederte Perspektiven.

Der Autor versteht es, die Grauzonen der Dorfgemeinschaft gekonnt zu zeichnen: Misstrauen, Gerüchte, Schuldzuweisungen – und doch bleibt Suspektheit oft nah an der Wahrheit.

Atmosphärisch dicht: ein kleinstädtisches Milieu, das von alten Wunden und fragwürdigen Loyalitäten durchdrungen ist.

Der Aufbau führt konsequent durch Verdächtigungen, Enthüllungen und schockierende Neugestaltungen der Vergangenheit.

Alex Junggeburt ist kein einfacher Protagonist: gezeichnet von der Vergangenheit, doch mit dem Willen, die Ereignisse zu entwirren. Seine Rückkehr ins Dorf ist der Anker der Handlung.

Die Dorfbewohner wirken realistisch ambivalent: wer Vertrauen schenkt, wer Verdächtigungen schürt – und wer seine eigene Nähe zur Wahrheit nicht wahrhaben will.

Schuld, Vergeltung und die Macht der Gerüchte.

Die Frage, wie viel Wahrheit hinter Lügen und Vorurteilen steckt und welche Kosten Wahrheit und Gerechtigkeit haben.

Fans von düsteren Dorfromanzen, in denen Vergangenheit und Gegenwart miteinander ringen sind hier genau richtig.

Die Schuldlosen bietet eine durchgehend fesselnde Mischung aus Verdacht, Enthüllungen und menschlichen Abgründen. Ein spannendes Leseerlebnis, das bis zum Schluss packt und dabei keine einfachen Antworten liefert. Ein fesselnder Pageturner, der langsam, aber sicher die Fassade einer perfekten Dorfgemeinschaft zum Zeugenstand ruft.

 

4****Sterne