Donnerstag, 5. Februar 2026

Die Papierschöpferin

 

 

 

Rezension




Die Papierschöpferin                                                   

von Anna Thaler

 

 

 

Produktbeschreibung:

 

Herausgeber ‏: ‎ Knaur TB

Erscheinungstermin : ‎ 2. Februar 2026

Sprache‏ : ‎ Deutsch

Seitenzahl der Print-Ausgabe : ‎ 320 Seiten

ISBN-10 ‏: ‎ 3426529645

ISBN-13 ‏: ‎ 978-3426529645

 

Kurzbeschreibung:

Norditalien im 15. Jahrhundert: Der plötzliche Tod ihres Vaters lässt Sofia di Maderno mit drei jüngeren Geschwistern zurück. Jetzt muss sie, auf sich allein gestellt, die Papiermühle der Familie führen. Als Sofia sich weigert, den Sohn eines anderen Müllers zu heiraten, werden aus den Nachbarn Konkurrenten, die ihr die Gesellen abwerben. Bald steht die Mühle kurz vor dem Ruin. Erst die Unterstützung des väterlichen Freunds Sebastiano, eines Franziskaner-Mönchs, lässt Sofia wieder Hoffnung schöpfen. Sebastianos Novize Gianluca lässt Sofias Herz höher schlagen. Schließlich führt der Kampf um ihr Erbe Sofia nach Augsburg, wo nach den Erfindungen Johannes Gutenbergs der Buchdruck revolutioniert wird. Und nach Venedig, wo ihr Vater einen gefährlichen Plan verfolgt hat …

 

Autoreninformation:

Anna Thaler ist das Pseudonym einer deutschen Autorin, die vor einigen Jahren die wechselvolle Geschichte Südtirols für sich entdeckt hat. Ihr größter Traum wäre eine Eselfarm mit Blick auf die Dolomiten. Bis sie sich diesen erfüllen kann, entführt sie ihre Leserinnen und Leser mit ihren Romanen in die wilde und romantische Landschaft der Alpen.

 

Fazit:

Norditalien im 15. Jahrhundert: Mit dem plötzlichen Tod ihres Vaters zerbricht Sofias Welt. Zurück bleiben drei jüngere Geschwister, eine Papiermühle – und eine Verantwortung, die eigentlich zu groß für eine junge Frau ist. Doch Sofia di Maderno wächst an dieser Aufgabe. Entschlossen kämpft sie um das Erbe ihrer Familie und um ihre Selbstbestimmung in einer Zeit, in der Frauen kaum eine Wahl gelassen wird. Als sie sich weigert, aus Vernunftgründen den Sohn eines konkurrierenden Müllers zu heiraten, kippt die anfängliche Unterstützung der Nachbarn in offenen Widerstand. Die Mühle steht bald vor dem Ruin.

Halt findet Sofia nur bei Frate Sebastiano, einem Franziskaner-Mönch und väterlichen Freund, sowie in der Nähe seines Novizen Gianluca, der ihr Herz schneller schlagen lässt. Als im Papiermühlental keine Arbeiter mehr zu finden sind, macht sich Sofia gemeinsam mit Frate Sebastiano auf den Weg nach Augsburg – eine Reise ins Ungewisse, voller Hoffnung und Angst zugleich.

In Augsburg öffnet sich für Sofia eine neue Welt: Der Buchdruck nach Johannes Gutenberg revolutioniert das Wissen und verlangt nach Papier von besonderer Qualität. Besonders faszinierend sind die detaillierten Einblicke in die Papierherstellung. Anna Thaler zeigt eindrucksvoll, wie mühsam und körperlich anstrengend dieser Prozess war und wie entscheidend die richtige Leimrezeptur für den Erfolg des neuen Buchdrucks ist. Ich habe Sofia dafür bewundert, wie selbstverständlich sie auf das Wissen ihres Vaters zurückgreift und mit Mut und Können handelt.

Die Figuren wirken lebendig und nahbar. Sofia ist eine starke, verletzliche und zugleich beeindruckende Protagonistin, für die man von der ersten Seite an mitfiebert. Frate Sebastiano ist warmherzig, aber nicht frei von inneren Konflikten, und genau das macht ihn so glaubwürdig. Gianluca bringt leise Gefühle und Hoffnung in die Geschichte. Begegnungen mit historischen Persönlichkeiten wie Jakob Fugger verleihen dem Roman zusätzliche Tiefe und Authentizität.

Anna Thalers Schreibstil ist flüssig, stimmungsvoll und der Zeit angepasst. Schon nach wenigen Seiten hat mich die Geschichte vollkommen in ihren Bann gezogen und nicht mehr losgelassen.

Die Papierschöpferin hat mich berührt, begeistert und überrascht. Ein historischer Roman voller Herz, Wissen und Stärke – und ganz klar ein Buch nach meinem Geschmack.

 


5*****Sterne

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