Rezension
von Noah Stoffers
Produktbeschreibung:
Herausgeber : Knaur TB
Auflage : 1.
Sprache : Deutsch
Seitenzahl der Print-Ausgabe : 464 Seiten
ISBN-10 : 3426564750
ISBN-13 : 978-3426564752
Kurzinformation:
Düster, romantisch, sexy: »Cage of the Moon« ist queere New
Adult Romantasy um eine Vampirin auf der Suche nach Rache, einen einsamen
Werwolf ohne Rudel und einen Menschen, der Magie und seinen Kräften zutiefst
misstraut.Seit Jahrzehnten ist die Vampirin Honora auf der Suche nach dem
Mörder ihres Geliebten. In Kalifornien scheint ihre Rache endlich in greifbare
Nähe gerückt.Währenddessen versucht der gutherzige Werwolf Gabhán, eine junge
Wölfin davon abzuhalten, dem brutalen Rudel der Westküste beizutreten.Und Dan,
der als Mensch mit magischen Kräften zum Wachenden über die übernatürlichen
Wesen bestimmt ist, will nur eines: verhindern, dass ein weiterer Mord wie der
an seinem Mentor geschieht, verübt von Vampiren.Auf dem rauschhaften Fairy Glow
Festival bei San Francisco treffen die drei aufeinander und geraten mitten in
ein Ritual, das ihre Seelen aneinander bindet. Ihr gemeinsamer Feind macht sie
notgedrungen zu Verbündeten. Doch was zieht sie wirklich zueinander hin: die
Magie – oder etwas Größeres?
Autoreninformation:
Noah Stoffers lebt in Hamburg und hat ursprünglich für
Zeitungen geschrieben. Doch sies Herz schlug schon immer für die Reise in
fiktive Welten. Seit 2013 schreibt Stoffers für verschiedene Verlage, meistens
Fantasy. Sies letzter queerer Dark Academia Standalone A Midsummer's Nightmare
stieg bei Erscheinen auf Platz 6 der SPIEGEL-Bestsellerliste ein. Sier ist
transmaskulin und nicht-binär und setzt sich in siesen Romanen für queere
Repräsentation ein, am liebsten in Geschichten voller Magie, Geheimnissen und
Abenteuern.
Fazit.
Cage of the Moon zieht dich von der ersten Seite hinein und
lässt dich so schnell nicht mehr los. Dunkel, sinnlich und voller
unaufdringlicher Intensität – die Geschichte fühlt sich an wie ein nächtlicher
Sturm, der dich umtänzelt und doch sicher durch die Seiten trägt. Honora,
Gabhán und Dan sind drei Charaktere mit überraschender Tiefe: entschlossen,
verletzlich und absolut glaubwürdig in dem Spannungsfeld zwischen Macht,
Loyalität und persönlichen Dämonen. Ihre dreiwege Beziehung wirkt organisch,
niemals erzwungen, und jedes Vertrauen, jedes Zögern und jede Offenbarung hat
Gewicht.
Die Liebesmomente entwickeln sich aus kleinen, ehrlichen
Gesten und gemeinsamen Prüfungen heraus. Es ist keine kitschige Romantik,
sondern eine Bewegung von Seelen, die einander besser verstehen lernen, während
äußere Bedrohungen immer näher rücken. Die magische Komponente mischt sich
nahtlos in die reale Welt – Ritual, Schicksal und familiäre Geheimnisse geben
der Handlung eine dichte, mystische Atmosphäre, die Kalifornien bei Nacht in
eine eigene, leise bedrohliche Bühne verwandelt.
Was den Wow-Effekt besonders stark macht, ist das
Spannungslevel: Die Geschichte setzt früh Vertrauen, aber auch Zweifel und
Gefahr in Szene, baut diese Spannung konsequent auf und lässt dich bis zum
letzten Kapitel mit ratlosen, aber begeisterten Fragen zurück. Die Offenheit
des Endes verstärkt diesen Eindruck, ohne zu enttäuschen; es fühlt sich ehrlich
an und gleichzeitig verheißungsvoll, als würde eine Fortsetzung noch weitere
Wunder bereithalten.
Der Schreibstil bleibt homogen, fließend und doch prägnant:
kurze, klare Sätze wechseln mit poetischen Passagen, die Bilder im Kopf
lebendig machen. Die Welt wirkt gut durchdacht, ohne zu glossy oder überladen
zu wirken; gelegentlich braucht man einen Moment, um sich in die komplexen
Regeln der Welt einzufinden, doch der Roman erklärt sie geschickt, ohne ins
Unterrichtsnotizbuch abzudriften.
Cage of the Moon überzeugt als düstere, sinnliche,
energiegeladene Geschichte mit starkem Ensemble, glaubwürdiger Entwicklung und
einem Finale, das dich mit einem klaren, offenen Eindruck zurücklässt. Vier
Sterne – mit Wow-Effekt, der bleibt, weil Atmosphäre, Charaktere und Spannung
lange nachhallen.
5*****Sterne


